
Nach einem Update sieht die Webseite im Browser gut aus. Trotzdem könnte eine wichtige Adresse einen Fehler liefern oder noch auf noindex stehen. Solche Dinge möchte ich zuerst ausschließen, bevor ich über feinere Optimierungen nachdenke. Meine technische Prüfung folgt deshalb einer Reihenfolge: Erreichbarkeit, Indexierbarkeit, interne Wege und erst dann die weiteren Details.
Erreichbarkeit und Statuscodes
Ich rufe meine wichtigen URLs regelmäßig auf und prüfe den Statuscode: 200 steht für Erfolg, 301 für eine Weiterleitung und 404 für eine fehlende Seite. Ein sogenannter Soft 404 entsteht, wenn eine Fehlerseite den Status 200 ausgibt, was Suchmaschinen unnötig verwirrt.
Ich achte darauf, dass alle Varianten meiner Webseite – also mit oder ohne www, http oder https sowie mit oder ohne Slash – einheitlich auf eine Hauptversion umleiten. Die Wahl der Version ist zweitrangig, die Einheitlichkeit jedoch ist zentral.
Steuerung für Crawler
Über die robots.txt steuere ich, welche Bereiche Crawler abrufen dürfen, sehe dies aber nicht als Schutz vor Indexierung. Soll eine Seite nicht in der Suche erscheinen, nutze ich noindex und vermeide die Sperrung in der robots.txt, da Google das Tag sonst gar nicht lesen kann.
Ich reiche eine XML-Sitemap mit allen indexierbaren Inhalten ein. Sie hilft Google beim Auffinden meiner Seiten, verspricht aber nicht automatisch eine Indexierung.
- Ich prüfe besonders nach einem Relaunch penibel, ob wichtige Ordner nicht versehentlich für Crawler gesperrt wurden.
- In meiner Sitemap liste ich nur erreichbare und indexierbare URLs auf und vermeide Fehlerseiten oder unnötige Weiterleitungen.
- Ich schütze Test- und Staging-Umgebungen immer mit einem Passwort, damit sie nicht öffentlich zugänglich sind.
Ebenenmodell · qualitativ
Technische Prüfreihenfolge
Qualität
Geschwindigkeit, mobile Nutzung, Struktur
Eindeutigkeit
Canonical, Duplikate, Weiterleitungen
Steuerung
robots.txt, noindex, Sitemap
Erreichbarkeit
HTTPS, Statuscodes, Server
Doppelte URLs und Canonicals
Falls dieselbe Seite über Parameter oder Filter erreichbar ist, entstehen Duplikate, die ich mit dem Canonical-Tag auf die bevorzugte Version lenke. Dabei weiß ich, dass Google dies als Hinweis versteht.
Ich setze Canonicals konsequent auf die absolute URL der jeweiligen Seite und verweise nicht auf Startseiten. Ich achte darauf, da falsche Canonicals hochwertige Seiten unbeabsichtigt aus der Suche drängen können.
Sicherheit, Mobilversion, Geschwindigkeit
HTTPS ist für mich Standard, auch wegen des Datenschutzes. Ich prüfe auf unsichere Inhalte und achte streng darauf, dass meine mobile Version dieselben Inhalte wie die Desktop-Seite ausliefert, da Google die mobile Version zur Indexierung nutzt.
Ich messe die Ladeleistung mit realen Nutzerdaten, falls möglich, und behebe zuerst die größten Ausreißer. Mehr dazu erfahren Sie in meinem Beitrag zu den Core Web Vitals.
Umsetzung: Funde priorisieren statt alles gleichzeitig angehen
Ein Crawl liefert viele Hinweise. Ich bewerte jeden nach zwei Fragen: Betrifft er wichtige Seiten? Behindert er Zugriff oder Verständnis? Ein 404-Fehler auf einer alten Pressemitteilung ist weniger wichtig als ein „noindex“ auf einer Leistungsseite. Fehlende Alternativtexte sind für die Barrierefreiheit wichtig, aber selten so dringend wie Weiterleitungsketten auf Kernseiten.
Ich arbeite in Paketen. Paket eins löst Probleme, die Seiten unsichtbar machen. Paket zwei behebt Duplikate und Weiterleitungsketten. Paket drei verbessert Titel und Alternativtexte. Ich erledige jedes Paket vollständig und prüfe das Ergebnis, bevor ich das nächste starte. So bleibt klar, welche Änderung welche Wirkung hat.
- Paket eins: Ich behebe Fehler beim Zugriff und der Indexierung wichtiger Seiten.
- Paket zwei: Ich bereinige Duplikate, Ketten und falsche Statuscodes.
- Paket drei: Ich verbessere Seitentitel, Alternativtexte und Details.
Beispiel: Ein stiller Fehler nach dem Theme-Wechsel
Nach der Installation eines neuen Themes stelle ich in der Search Console einen Rückgang der indexierten Seiten fest. Die Ursache ist oft ein „noindex“-Tag aus der Entwicklungsphase. Während die Seite für menschliche Besucher normal aussieht, blockiert dieses Tag die Indexierung durch Google komplett.
Solche Fehler finde ich mit einem einfachen Test: Ich öffne den Quelltext einiger Seiten und suche gezielt nach „noindex“ und „canonical“. Ich nutze eine kleine Checkliste, die ich nach jedem Update in wenigen Minuten abarbeite, um solche Probleme sofort auszuschließen.
- Ich durchsuche den Quelltext meiner Seiten nach versehentlich platzierten noindex-Anweisungen.
- Ich rufe meine robots.txt-Datei auf und lese sie aufmerksam durch, um Fehlkonfigurationen zu finden.
- Zur Sicherheit teste ich stichprobenartig zwei meiner Seiten mit dem offiziellen URL-Prüftool von Google.
Häufige Fragen zu technische SEO
Wie oft sollte ich eine technische Prüfung machen?
Ich empfehle eine technische Prüfung mindestens alle drei Monate und immer nach größeren Änderungen wie einem neuen Theme, einem Relaunch oder dem Wechsel des Hosters.
Brauche ich dafür teure Software?
Für kleinere Projekte reichen mir die Search Console, die Entwickler-Tools des Browsers und kostenlose Crawler völlig aus. In teure Suiten investiere ich erst bei sehr großen Projekten.
Blockiert robots.txt die Indexierung?
Nein, eine robots.txt-Sperre ist kein sicherer Ausschluss. Eine blockierte Seite kann ohne Inhalt in der Suche auftauchen, wenn andere Seiten auf sie verlinken. Für einen echten Ausschluss nutze ich noindex oder einen Zugriffsschutz.
Quellen und weiterführende Hinweise
- Google: Einführung in robots.txt
- Google: Sitemaps – Überblick
- Google: Doppelte URLs zusammenführen (Canonical)
Dieser Beitrag fasst offizielle Google-Dokumentation in eigenen Worten zusammen und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Rankings kann niemand garantieren.
Weiterlesen
Eigene Backlinks einmal ansehen?
Der kostenlose Check zeigt eine Stichprobe mit Quelle, Ziel, Ankertext und Follow-Status.


