
Sie öffnen einen Backlink-Bericht und sehen hunderte Quellen, Zahlen und Linktexte. Wo anfangen? Ich würde die Liste zuerst nach verweisenden Domains ordnen und einige Quellen direkt öffnen. So wird aus einer abstrakten Summe etwas Greifbares: ein Fachartikel, ein Branchenverzeichnis oder ein Link, der gar nicht mehr existiert. Welche Spalten dafür wichtig sind, gehe ich hier Schritt für Schritt durch.
Die wichtigsten Datenfelder einer Backlink-Liste
Jeder Datensatz enthält für mich fünf Punkte: verlinkende Seite, Zielseite, Ankertext, Link-Attribut und das Entdeckungsdatum. Daraus lassen sich Schlüsse ziehen: Ein Fachartikel mit passendem Text auf Ihre Seite ist etwas anderes als ein Footer-Link auf hunderten Unterseiten.
Neben der Linkzahl interessiert mich, wie viele unterschiedliche Domains dahinterstehen. Zwanzig Links aus demselben Footer erzählen etwas anderes als zwanzig redaktionelle Verweise aus verschiedenen Quellen. Ein festes Wertverhältnis leite ich daraus nicht ab: Ein einziger passender Fachartikel kann nützlicher sein als viele beliebige Einträge.
Vorgehen bei der Analyse
Exportieren Sie die Liste und sortieren Sie nach verweisenden Domains. Prüfen Sie stichprobenartig: Ist die Seite aktiv? Gibt es den Link dort wirklich? Passt der Kontext? Wirkt die Seite für Menschen gemacht?
Ich markiere jeden Link als gut, neutral oder prüfenswert und halte Gründe fest. Bei kritischen Links suche ich zuerst das Gespräch mit dem Betreiber, statt pauschal abzulehnen.
- Ich prüfe neue Links: Woher stammen sie und gab es dafür einen echten Grund, etwa eine Presseerwähnung oder ein Event?
- Ich suche nach wiederkehrenden Mustern im Ankertext, wie ständig den gleichen Suchbegriff.
- Ich identifiziere Links von Seiten, die offensichtlich nur zum Link-Setzen existieren.
- Ich prüfe Links, die auf nicht mehr existierende Zielseiten führen und Fehler auslösen.
Ablaufschema · qualitativ
Ablauf einer Backlink-Analyse
Exportieren
Links und Quellen sammeln
Gruppieren
Nach verweisender Domain ordnen
Stichproben öffnen
Link wirklich vorhanden?
Einordnen
Gut, neutral oder prüfenswert
Handeln
Klären, dokumentieren, weiterbeobachten
Warum jede Datenquelle nur einen Ausschnitt zeigt
Kein Dienst kennt alle Links im Netz. Jeder nutzt eigene Crawler und Lücken; zudem sind Daten oft veraltet. Ein gelisteter Link kann weg sein, ein neuer kann noch fehlen.
Der Backlink-Check zeigt maximal 20 Stichproben aus dem DataForSEO-Index. Der dortige Quell-Rang ist kein Google-, Moz- oder Ahrefs-Wert. Fehlen Daten, zeige ich dies direkt an, statt Werte zu erfinden.
Was nach der Analyse folgt
Aus der Analyse ziehe ich drei Aufgaben: Weiterleitungen für Fehlerseiten, Dokumentation auffälliger Links zur Beobachtung und ein Konzept für natürliche, zukünftige Verlinkungen.
Ich rate davon ab, Links nur wegen eines hohen Spam-Scores abzulehnen. Diese Werte stammen von Tools und sind keine direkte Google-Bewertung.
Umsetzung: Die Auswertungstabelle aufbauen
Ich lege für die Backlink-Analyse eine Tabelle an: Domain, verlinkende Seite, Zielseite, Ankertext, Attribut, Eindruck beim Öffnen und die nächste Handlung. In die Spalte „Eindruck“ schreibe ich einen kurzen Satz wie „Redaktioneller Artikel im Regionalportal“ oder „Linkliste ohne Betreiber“. So bleibt meine Einschätzung auch nach drei Monaten nachvollziehbar.
Ich interpretiere Daten vorsichtig. Ein Link in einer Anbieterdatenbank beweist nicht, dass er heute noch online ist. Ich öffne jede Quelle persönlich und suche den Link im Quelltext. Fehlt er, notiere ich das Datum der Prüfung. Zeigt eine Quelle die Domain nur in einem Textstück ohne Verlinkung, gilt das für mich als Erwähnung, nicht als Backlink.
- Ich trenne Erwähnungen ohne Link konsequent von echten, anklickbaren Backlinks.
- Ich prüfe Link-Attribute im Quelltext, statt sie blind aus der Tabelle zu übernehmen.
- Ich sortiere Links nach Handlungsbedarf: Weiterleitung, Beobachtung, Kontaktaufnahme oder keine Aktion.
Beispiel: Auswertung für einen regionalen Handwerksbetrieb
Ein Dachdecker, den ich unterstütze, prüft stichprobenartig seine Backlinks: Einträge vom Innungsverband, einer Lokalzeitung, Bauforen und einer mir unbekannten Linkliste. Die Verbands- und Zeitungslinks stufe ich als natürlich ein. Forenbeiträge ordne ich dem Nutzer-Content zu. Die Linkliste dokumentiere ich und betrachte sie in drei Monaten erneut.
Daraus leite ich eine Aufgabe ab: Da die Verbandsseite auf eine veraltete URL verlinkt, die mittlerweile einen Fehler ausgibt, leite ich diese auf die passende Leistungsseite um und gewinne so den Wert des Links zurück. So mache ich aus einer Analyse einen konkreten Arbeitsauftrag.
Häufige Fragen zu Backlinks prüfen
Wie viele Backlinks sind normal?
Es gibt keine pauschale Zahl. Ein lokaler Handwerker hat meist weniger Links als ein großes Magazin. Wichtiger ist, ob die Links thematisch stimmig und redaktionell nachvollziehbar sind.
Was sind verweisende Domains?
Damit meine ich die einzelnen Webseiten, die mindestens einmal auf Sie verlinken. Dieser Wert sagt mir viel mehr über Ihre Profilbreite als die bloße Linksumme.
Reicht ein einziger Backlink-Check?
Nein, einmalige Checks reichen nicht. Ich betrachte das Profil im Zeitverlauf und prüfe vierteljährlich, was neu hinzukam oder weggefallen ist.
Quellen und weiterführende Hinweise
- Google: Links crawlbar machen
- Google: Richtlinien zu Spam
- Google: Ausgehende Links kennzeichnen (nofollow, sponsored, ugc)
Dieser Beitrag fasst offizielle Google-Dokumentation in eigenen Worten zusammen und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Rankings kann niemand garantieren.
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